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Carsten Eich

Ein Läufer auf Abschiedstour

Am letzten Tag des Jahres 2007 wird beim Silvesterlauf im österreichischen Peuerbach mit Carster Eich ein Läufer seine Karriere benden, der in den letzten eineinhalb Jahrzehnten zu den besten deutschen Langstreckenläufern gehörte.

In den frühen 90er Jahren war der gebürtige Leipziger im Straßenlauf eine Klasse für sich, der auch die Konkurrenz aus Kenia nicht zu fürchten brauchte. 1993 lief er in Berlin mit 60:34 Minuten einen Europarekord im Halbmarathon. Noch heute hält er damit den deutschen Rekord, ebenso wie den Rekord über 10 km, den er im gleichen Jahr in Paderborn lief. Allerdings schaffte Eich es nie, seine Erfolge im Straßenlauf auch auf der Bahn umzusetzten.

Begonnen hatte die sportliche Karriere von Carsten Eich 1981 als Mittelstreckenläufer bei der SG Dynamo Leipzig. 1984 wurde er zum SC DHfK Leipzig delegiert, wo er beim späteren gesamtdeutschen Marathon-Bundestrainer Wolfgang Heinig trainierte. 1992 wechselte er zum Leipziger Lokalrivalen SC Motor Gohlis Nord  (MoGoNo), kehrte aber schon im folgenden Jahr wieder zum SC DHfK Leipzig zurück. 1997 verließ er seine Heimatstadt und startete für LAC Quelle Fürth, 2002 stand ein weiterer Vereinswechsel zur LG Braunschweig an. Seit 2005 ist Eich für den Rhein-Marathon Düsseldorf aktiv. Trainert wird er seit 1995 von Axel Krippschock.

Mit dem Düsseldorfer Racedirector Jan Winschermann Als Pacemaker in Frankfurt 2005

1993 war das beste Jahr von Carsten Eich. Beim Berliner Halbmarathon stellte er mit 1:00:34 Stunden einen neuen Europarekord auf, in Paderborn lief er beim Osterlauf mit 27:47 Minuten einen deutschen Rekord und beim beim Hamburg-Marathon wurde er Dritter. Seinen einzigen internationalen Titel gewann er schon 1988 als Junioren-Europameister über 5.000 Meter. 1990 wurde er DDR-Meister über 5.000 und 10.000 Meter, zwei Jahre später wurde er über 10.000 Meter deutscher Meister und startete über diese Distanz auch bei den olympischen Spielen in Barcelona. 1997 lief er bei der European Challenge in Barakaldo mit 27:41,94 Minuten seine Bestzeit über 10.000 Meter und erreichte bei der Weltmeisterschaft 1997 in Athen das Finale.
Wesentlich stärker als auf der Bahn war Eich jedoch auf der Straße und hier vor allem im Halbmarathon. Zwischen 1997 und 2006 wurde er hier achtmal deutscher Meister, 1994 war er bester Europäer bei der Halbmarathon-WM.
Seinen schnellsten Marathon lief Carsten Eich 1999 als er in Hamburg mit 2:10:22 Stunden deutscher Meister wurde, bei den olympischen Spielen 2000 in Sydney konnte er sich aber nicht in Szene setzen. Drei Marathonläufe konnte Carsten Eich gewinnen: 1998 den Köln-Marathon, 2002 in seiner Heimatstadt Leipzig, sowie 2004 den Düsseldorf-Marathon.

 Mit der Startnummer 10 beim Neusser Sommernachtslauf 2007

Mit seinem Wechsel zum Ausrichterverein des Düsseldorfer Marathon sollte er zum Aushängeschild dieser Veranstaltung werden, doch 2005 verhinderte eine Verletztung seinen Start in der Rhein-Metropole, im vergangenen Jahr setzte ihn eine Herzmuskelentzündung lange außer Gefecht. In diesem Jahr versuchte er sich in Düsseldorf noch einmal an der WM-Norm , verfehlte dieses Ziel aber deutlich und erklärte kurz darauf seinen Rücktritt vom Leistungssport zum Jahresende 2007.

 Im Gespräch mit Gustav Schröder  Vor Moses Kigen beim Düsseldorfer Kö-Lauf 2006

Das letzte Rennen für Carsten Eich soll der Silvesterlauf im österreichischen Peuerbach sein, bei dem er schon seit vielen Jahren Stammgast ist. Zu Österreich hat er auch eine besondere Beziehung durch seine Freundschaft mit dem österreichischen Marathonläufer Michael Buchleitner. Beide absolvierten mehrere gemeinsame Trainingslager und übernahmen bei wichtigen Rennen für den jeweils anderen die Arbeit als Pacemaker.

 

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